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Ketoazidose (Blutübersäuerung)

Bei Patienten mit absolutem Insulinmangel, fast immer Typ-1-Diabetes, können Blutzuckerwerte ab etwa 300 mg/dl eine gefährliche Situation anzeigen. Der Körper kann hier aus Zucker keine Energie mehr gewinnen und verbrennt daher Fettreserven. Hierbei entstehen saure Abbauprodukte, die letztlich zu einer Übersäuerung des Blutes führen können. Hierbei können, müssen aber nicht, Bewußtseinseinschränkungen auftreten. Typisch sind auch Bauchbeschwerden wie Übelkeit und Schmerz.

Dieser absolute Insulinmangel kann verschiedene Ursachen haben. Vielleicht weiß der Betroffene noch gar nicht, dass sich in seinem Körper ein Typ-1-Diabetes entwickelt. Der Blutzucker wird ansteigen und Symptome werden mit großer Wahrscheinlichkeit den Gang zum Arzt bewirken. Dieser stellt dann neben dem hohen Blutzuckerwert einen hohen Acetongehalt im Körper seines Patienten fest. Ein diabetisches Koma droht, der Patient wird sofort mit Insulin behandelt. Ein absoluter Insulinmangel wird sich auch entwickeln, wenn ein Mensch mit Typ-1-Diabetes sein lebensnotwendiges Insulin nicht mehr erhält, weil er z.B. selbst nicht mehr spritzt, ein Defekt im Material (Pen, Pumpe) vorliegt, das Insulin verdorben oder der Insulinbedarf z.B. bei einer schweren Erkrankung, drastisch erhöht ist und nicht gedeckt wird.

Ein diabetisches Koma entwickelt sich in der Regel eher langsam (Ausnahme: Insulinpumpenthreapie). Ein hoher Blutzuckerwert wird üblicherweise von Beschwerden begleitet. Harndrang, die Ausscheidung großer Urinmengen, vielleicht auch ein trockner Mund, Durst, ein Gefühl von Abgeschlagenheit können Hinweise sein. Wird die Ursache des hohen Blutzuckerwertes nicht ermittelt und beseitigt, steigt dieser weiter und weiter an.

Die Aufgabe des Insulins im Körper besteht darin, die Körperzellen zu öffnen, damit Traubenzucker zur Energiegewinnung eintreten kann. Fehlt das Insulin, dann erleiden die Körperzellen einen Energiemangel. Dieses versucht der Körper durch den Abbau von Fett auszugleichen. Dabei entstehen Abbauprodukte, sogenannte Ketonkörper wie z.B. Aceton. Dieses Aceton kann im Körper Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Schläfrigkeit hervorrufen. Angehörige bemerken vielleicht ein Geruch nach überreifem Obst oder Nagellackentferner. Unbehandelt droht ein Koma.


Die Behandlung einer so schweren Entgleisung gehört in die Hände erfahrener Ärzte. Sie kann lebensbedrohlich sein!
Das Erkennen einer Blutzuckerentgleisung besteht aus der Messung von Blutzucker und Aceton (im Urin oder Blut). Jeder Typ-1-Diabetiker (vor allem Pumpenträger!) sollte die Möglichkeit besitzen, Aceton bestimmen zu können. Der Teststreifen für den Urin heißt z.B. Ketur-Test.
Ein hoher Blutzuckerwert von z.B. 422 mg/dl, ein Acetonwert im Urin von +++, vielleicht in Begleitung von Symptomen wie Harndrang und Übelkeit,  zeigen Ihnen einen absoluten Insulinmangel an, den es sofort zu beseitigen gilt. In Schulungskursen lernen die Patienten ein Behandlungsschema kennen, das in diesem Fall angewendet werden soll.

Holen Sie sich sofort Hilfe (z.B. Angehörige) und nehmen Sie  umgehend Kontakt zum Krankenhaus oder behandelnden Diabetesarzt auf.

  • Die Behandlung erfolgt ggf. in Zusammenarbeit mit Arzt/Angehörige entsprechend dem Notfallschema
  • Insulinpumpenträger spritzen jetzt mit Spritze oder Pen
  • Insulin und Pen werden geprüft
  • Viel trinken (1 Liter Mineralwasser oder Tee pro Stunde)
  • Engmaschige Kontrollen von Blutzucker und Aceton nach Plan
  • Ursachensuche nach erfolgreicher Behandlung